Parkettrenovierung - Aber bitte richtig!

Parkett ist zwar ein außerordentlich robuster Fußbodenbelag, aber dennoch nicht unverwüstlich. Im Laufe der Jahre können sich Laufspuren, Kratzer und andere Abnutzungen auf dem Parkett bilden. Halb so schlimm für diejenigen, die schon beim Kauf auf eine besonders dicke Nutzschicht bzw. eine hohe Nutzungsklasse geachtet haben. Dann ist es nämlich möglich das Parkett abzuschleifen. Man sagt pro Abschliff verliert das Parkett ca. 0,5mm seiner Nutzschicht. Das heißt es ist sogar möglich das Parkett mehrmals abzuschleifen. Aus diesem Grund empfehlen wir Parkett mit mindestens 3 Millimetern Schutzschicht zu kaufen. Was Sie bei der Renovierung des Parketts beachten sollten zeigt Ihnen unsere Schritt für Schritt Anleitung.

1.  Benötigtes Material

→ Schleifmaschine (kann im Baumarkt ausgeliehen werden)

 → Parkettlack und Grundierung

→ Schleifmittel (Körnungen s.u.)

→ ggf. Fugenkitt und Dichtstoff

→ Schraubenzieher, ggf. Meißel

2. Vorbereitung

Als erstes sollte der zu renovierende Raum ausgeräumt werden. Auch Gardinen und Bilder sollten abgehängt werden, damit diese nicht einstauben können. Wenn noch andere Renovierungsarbeiten anstehen, sollte der Boden zuletzt bearbeitet werden, um nicht beispielsweise Farbe auf dem neu renovierten Boden zu verschütten.

Der nächste Schritt besteht darin die Fußleisten abzunehmen, damit auch das Parkett, welches der Wand besonders nah ist, geschliffen werden kann. Bei geschraubten Fußleisten sollte das kein Problem darstellen. Bei genagelten Fußleisten hingegen sieht das Ganze schon problematischer aus. Hier können Sie entweder mit einem breiten Schraubenzieher oder einem Meißel die Fußleiste von der Wand hebeln.

Jetzt sollte noch gründlich gefegt bzw. gesaugt werden ehe es mit dem Schleifen los gehen kann.

3. Parkett schleifen

Der Schliff erfolgt mit dem Walzenschleifer. Das Parkett muss bis auf das rohe Holz abgeschliffen werden, um so die Versiegelung, Unebenheiten und ggf. Schmutz komplett von der Oberfläche zu entfernen. Damit keine neuen Unebenheiten entstehen und die neue Oberfläche auch glatt ist wird beim Parkett mit drei unterschiedlichen Krönungen geschliffen. Im ersten Schleifgang findet sich die gröbste im dritten die feinste Körnung.

1. Schleifgang: Körnung 40

2. Schleifgang: Körnung 60

3. Schleifgang: Körnung 100

Es ist außerdem wichtig diagonal zur Holzmaserung zu arbeiten. Des Weiteren sollte niemals längere Zeit auf einer Stelle verweilt werden. Dadurch können ansonsten unschöne Absenkungen im Boden entstehen.

4. Fugen und Risse verschließen

Vor dem letzten Schliff sollte der Boden auf Risse oder Fugen untersucht werden. Diese lassen sich prima mit einem Fugenkitt verschließen. Man vermischt hierfür den Schleifstaub vom 2. Schliff (also mit der 60er Körnung) mit dem Fugenkitt. Auf ein Teil Staub sollten 1-5 Teile Fugenkitt kommen.  Desto größer der Anteil des Fugenkitts an der Mischung, desto besser lassen sich kleine Risse auskaschieren.

5. Holzboden grundieren und versiegeln

Als erstes wird das Parkett entstaubt. Im Anschluss wird die Grundierung auf das Parkett aufgetragen. Am besten ist es wenn die Grundierung erst einmal mit einem breiten Pinsel an den Rändern auf das Parkett gestrichen und anschließend mit einer Rolle auf dem Rest des Parketts verteilt wird. Auf diese Weise geht es am schnellsten. Wichtig ist hierbei nass in nass zu arbeiten, damit sich keine Ränder bilden. Pinsel und Roller werden anschließend gründlich mit Wasser ausgewaschen.

Es dauert ca. 1-2 Stunden ehe die Grundierung getrocknet ist. Im Anschluss können Sie mit der ersten Schicht Versiegelung beginnen. Auf der Verpackung der Versiegelung steht beschrieben, wie viel Versiegelung pro Quadratmeter benötigt wird. Auch die Versiegelung wird mit der Rolle aufgetragen. Wichtig hierbei ist es nicht zu viel und auch nicht zu wenig Versiegelung auf das Parkett zu bringen. Die perfekte Dicke erreichen Sie, indem Sie die Rolle ohne Druck über das Parkett bewegen. 

Tipp: Fangen Sie an der der Tür gegenüberliegenden Raumseite mit dem Rollen an. Dadurch kann der Raum im Anschluss auch wieder verlassen werden. Während der 8-10 Stunden, die der Lack zum Trocknen braucht, darf möglichst kein Staub auf den Lack fallen.

Die zweite Versiegelungsschicht wird genau wie die erste aufgetragen. Auch eine dritte Schicht kann noch aufgetragen werden um einen möglichst robusten Schutz zu gewährleisten. Während des Trocknens der Schichten sollte die Sonne nicht direkt auf das Parkett strahlen können, da dieses ansonsten verblassen würde. Sobald Sie die letzte Schicht aufgetragen haben, warten Sie mindestens 24 Stunden ehe Sie den Raum wieder betreten. Das Parkett sollte in den nächsten 14 geschont werden, da der Lack noch über diesen Zeitraum nachhärtet. Teppiche sollten erst nach den zwei Wochen wieder in den Raum gelegt werden. Dadurch wird gewährleistet, dass die Versiegelung gleichmäßig trocknen kann.

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